Jesu Heiland

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Herz Jessu 275-UP
Herz Jessu 275-UP

Geschichte

Jesus "Christus"
"Da der göttliche Herr und Meister einmal seyn" (Joh. 12, 26), so glaubten wir diesen Ausspruch auch umkehren und sagen zu dürfen: "Wo Seine Diener, Seine Heiligen sind, da soll auch Er seyn, - ER, die Urquelle aller Gnade und Heiligkeit, das Muster und Vorbild aller Heiligen, der Heiligste der Heiligen, der König aller Heiligen." Daher haben wir es für angemessen gefunden, auch Seinen allerheiligsten Namen in das "Heiligen-Lexikon" aufzunehmen. Uebrigens wollen wir, um nicht zu weitläufig zu werden, die Geschichte Seiner Geburt, Seines Lebens, Leidens und Sterbens, sowie Seiner Verherrlichung nicht ausführlich behandeln, da sie ja ohnehin bekannt genug ist, sondern nur die Hauptmomente derselben nach ihrer Reihenfolge in den Evangelien andeuten, dagegen aber auf die Feste, die im Laufe eines Kirchenjahres sowohl in der allgemeinen Kirche als in einzelnen Kirchen gefeiert werden, etwas näher eingehen, namentlich auf jene, die bei den Bollandisten vorkommen. - Nach der Lehre unseres heiligen christlichen Glaubens, welche besonders dem Arianismus gegenüber in dem zu Nicäa im J. 325 abgehaltenen ersten allgemeinen Concilium feierlich festgesetzt und im nicänischen Symbolum ausgesprochen wurde, ist Jesus Christus der eingeborne Sohn Gottes, die zweite Person in der Gottheit, wahrer Gott wie der Vater und wie der heilige Geist, von Ewigkeit her aus dem Wesen des Vaters gezeugt und gleichen Wesens (omoousios = consubstantialis) mit Ihm, also auch ewig, unermeßlich, allwissend, allmächtig etc. wie der Vater. Er ist das "Wort" (Logos), durch das Alles geschaffen worden ist, und ohne welches Nichts gemacht worden ist von Allem dem, was da gemacht ist (Joh. 1, 5). Um die Menschen, welche durch die Sünde dem ewigen Verderben anheimgefallen waren, zu retten und ihnen wieder Licht und Leben zu bringen, ist das Wort Fleisch geworden (Joh. 1, 14); um ihnen die verschlossene Thüre des Himmelreichs wieder zu öffnen, sie mit der Gerechtigkeit Gottes zu versöhnen und wieder zu Gott zurück zu führen, hat der ewige Sohn Gottes aus Gehorsam gegen Seinen himmlischen Vater und aus Liebe zu uns Menschen in der Fülle der Zeit die menschliche Natur, d.h. einen menschlichen Leib und eine menschliche Seele angenommen, ist - wie das 3. allgemeine Concilium von Ephesus im J. 431 gegen Nestorius aussprach - wahrer Mensch geworden, uns gleich in Allem, nur die Sünde ausgenommen, um so als Gottmensch (teantropos), der nach dem gegen die Monophysiten (Eutyches etc.) gerichteten Ausspruche des 4. allgemeinen Concils von Chalcedon (451) in Einer Person beide Naturen, die göttliche und die menschliche, ohne Vermischung und ohne Beeinträchtigung der einen durch die andere, in sich vereinigte und nach dem gegen die Monotheleten gerichteten Ausspruche des 6. allgemeinen Concils von Constantinopel (680) auch zwei Willen bei Einer gottmenschlichen Willensrichtung hatte, das Werk der Erlösung vollbringen zu können; denn als Gott hätte Er nicht leiden und als Mensch uns nicht erlösen können. Aber als Gottmensch ist Er das geworden, was Seine Namen anzeigen; denn "Jesus" (hebr. Jeschua, griech. Insois) heißt so viel als "Erlöser (griech. Soter, lat. Salvator), Retter, Heiland, Seligmacher" (abgeleitet von dem hebr. Worte Jescha = Hülfe, Rettung etc.); "Christus" aber bedeutet so viel als "der Gesalbte" (Messias, von dem hebr. Worte maschach = salben etc.). - Ehe aber die von Gott bestimmte Zeit zur Menschwerdung Seines eingebornen Sohnes kam, waren seit dem Sündenfalle nach der gewöhnlichen Annahme vier tausend Jahre * verflossen, an welche die Kirche alljährlich durch die vier Advent-Wochen uns erinnert. Doch während dieser langen Zeit wurde die Ankunft des Ersehnten wiederholt den Menschen vorher verkündet, um in ihnen die Sehnsucht und das Verlangen nach dem Weltenheilande rege zu machen und wach zu erhalten. Das geschah schon im Paradiese, da dem ersten Menschenpaare, welches nicht, wie die gefallenen Engel, aus eigener Bosheit, sondern verführt von dem bösen Feinde, durch Ungehorsam gesündigt hatte, von dem barmherzigen Gotte als Trost in die Verbannung die Verheißung mitgegeben wurde, daß Einer aus den Nachkommen des Weibes der Schlange den Kopf zertreten werde (1. Mos. 3,15). Dieselbe Verheißung eines kommenden Retters wurde dem Patriarchen Abraham mehrmal gegeben, da ihm versprochen wurde, daß in ihm d.i. in seinem Saamen alle Völker der Erde sollen gesegnet werden (1. Mos. 12,3; 17,19; 18,18; 22,18), welche Verheißung auch seinem Sohne Isaak und seinem Enkel Jakob (Israel) wiederholt wurde. Der sterbende Jakob prophezeite seinem Sohne Judas, "der Scepter werde nicht von ihm genommen werden, bis der komme, der gesandt werden soll (Schiloh), auf den die Völker harren" (1. Mos. 49,10), und Moyses versicherte kurz vor seinem Tode dem Volke Israel, daß Gott aus der Mitte der Brüder einen ihm ähnlichen Propheten erwecken werde, den sie hören sollten (5. Mos. 18,15). Wiederholte Versprechungen in Betreff des kommenden Messias erhielt besonders König David, der Sein Stammvater nach dem Fleische werden sollte; und die Propheten, namentlich Isaias, Jeremias und Daniel, verkündeten immer wieder aufs Neue die Ankunft des Erlösers. Und diese Ankündigung war nicht blos eine allgemeine, sondern sie befaßte sich mit den Einzelnheiten Seiner Lebensumstände. So bestimmte Daniel (9,22-26) die Zeit der Erscheinung des Messias; Isaias (9,2. 6. 7; 11,1-5. 10) und Jeremias verkündeten, daß Er aus dem Geschlechte Davids abstammen werde. Seinen Geburtsort nannte Michäas (5,2); die Jungfrauschaft Seiner Mutter erwähnt Isaias (7,14. 15). Seinen feierlichen Einzug in Jerusalem verkündete Zacharias (9, 9) vorher; Seines Leidens und Sterbens thut Isaias (Cap. 53) Erwähnung u. s. w. Sowohl durch diese Prophezeiungen als auch durch die widrigen Geschicke, die nach Gottes Rathschlusse über das israelitische Volk kamen, wurde in diesem die Hoffnung auf einen kommenden Erlöser immer fester begründet, und die Sehnsucht nach demselben lebendiger erweckt, während auch die Heidenvölker, die zwar auf andere Wege sich verirrt, aber doch die den gemeinschaftlichen Stammeltern gegebene Verheißung mehr oder weniger treu bewahrt hatten, eines Erlösers harrten, der aus dem Oriente kommen sollte. - Mit dieser aus der Erkenntniß der Hilfsbedürftigkeit erwachsenen allgemeinen Sehnsucht nach einem Erlöser war nun auch die Fülle der Zeit eingetreten, da der eingeborne Sohn Gottes in diese Welt kommen wollte. Zu Seiner Mutter ward die heiligste Jungfrau Maria erwählt, die, obwohl aus dem königlichen Geschlechte Davids abstammend, arm war und in dem nicht berühmten galiläischen Städtchen Nazareth weilte. Durch die Botschaft des Erzengels Gabriel über das, was mit ihr geschehen sollte, verständigt, willigte sie in den göttlichen Plan der Erlösung und empfing nicht durch den Mann, sondern durch die sie überschattende Kraft des heiligen Geistes das ewige Wort in ihrem Schooße, und ward so Mutter und blieb Jungfrau zugleich. Als die Zeit ihrer Geburt nahe war, mußte sie mit Joseph, einem Zimmermanne, der sich mit ihr auf göttliche Anordnung vermählt hatte, nach Bethlehem zu einer allgemeinen Volkszählung sich begeben. Hier wurde nun am 25. December, da die Tage zu wachsen anfangen, in der heimlichen Stille der Mitternacht der Heiland geboren, zwar in einer schmucklosen Höhle, die armen Hirten mit ihren Heerden zum Aufenthalte diente, aber unter dem Jubel der himmlischen Heerschaaren, welche der Welt die Ankunft des Friedensfürsten verkündigten. Am achten Tage wurde der Knabe nach dem Gesetze Moysis beschnitten (Luk. 2,21) und erhielt dabei den Namen "Jesus", wie es Gott durch den Engel bei der Verkündigung angeordnet hatte (Luk. 1,31). Bald kamen, geleitet von einem wunderbaren Gestirne, Weise aus dem Morgenlande, huldigten dem neugeborenen, "Könige der Juden" und brachten Ihm ihre Geschenke dar (Matth, 2,1 ff.). Der mißtrauische König Herodes, schon aufgeschreckt durch die Nachricht von der Geburt eines "Königs der Juden", wurde es noch mehr, als der Knabe 40 Tage nach Seiner Geburt von Seinen Eltern nach Vorschrift des Gesetzes im Tempel zu Jerusalem dargestellt (Luk. 2,22 ff.), von dem alten Simeon mit der frommen Anna als "Heil der Welt" laut gepriesen und auf diese Weise wohl auch dem Könige selbst, der vergebens auf die Rückkehr der Magier gewartet hatte, noch weit näher bekannt wurde. Und Herodes, der nicht von Israel, sondern als Idumäer von Esau abstammte, mit dessen Regierungsantritte also der Scepter von Juda genommen war, der die Herrschaft durch Hinterlist und Gewalt überkommen hatte und durch Grausamkeit zu erhalten suchte, der, im Bewußtseyn des unrechtmäßigen Besitzes derselben, überall Feindschaft und Nachstellung argwöhnend, zuerst nach und nach alle Glieder der alten hasmonäischen Herrscherfamilie, darunter die eigene (unter seinen 11 Frauen geliebteste) Gemahlin Mariamne und 2 ihrer Söhne (Alexander und Aristobulus), ermorden und zuletzt (5 Tage vor seinem Tode) sogar seinen Erstgebornen (Antipater) hinrichten ließ, - Herodes wollte auch diesen neuen vermeintlichen Nebenbuhler wegräumen, und um Ihn desto sicherer zu treffen, gab er den Befehl, daß in Bethlehem und der ganzen Umgegend alle Knäblein unter zwei Jahren ** getödtet werden sollten (Matth. 2,16). So sind denn mit dem Könige der Martyrer bald nach Seinem Eintritte in die Welt mehrere "unschuldige Kinder" als Erstlingsopfer gefallen, und mit ihnen fiel wohl auch die Hoffnung der Hirten und Anderer, die auf das wunderbare Kind Vertrauen gesetzt hatten und die dasselbe nun auch unter den Ermordeten glauben mußten. Doch Gott rettete Seinen Sohn, indem Er dem Nährvater Joseph den Auftrag gab, mit dem Kinde und Seiner Mutter nach Aegypten zu flüchten, was wahrscheinlich von Nazareth aus geschah, wohin die heil. Familie nach der Darstellung Jesu im Tempel sich begeben hatte (Luk. 2,39). Von dieser Flucht, sowie von dem Aufenthalte in Aegypten erzählt die Legende mancherlei Wunderbares, dessen Aufzählung uns aber zu weit führen würde. Nachdem Herodes im März (al. 4. Apr.) des J. 750 U. C. (d.i. nach Erbauung der Stadt Rom) gestorben war, kehrte die heil. Familie nach Nazareth zurück und wohnte dort wieder, weßhalb der göttliche Heiland auch "Jesus von Nazareth" heißt. Hier verlebte Er nun Seine Jugend, zog als 12jähriger Knabe mit Seinen Eltern zum Osterfeste nach Jerusalem (Luk. 2,41 ff.), ließ dort im Tempel unter den Lehrern einige Strahlen Seiner göttlichen Weisheit leuchten und begab sich dann wieder in die Verborgenheit von Nazareth, wo Er, der als Gott Himmel und Erde gemacht, nun als Mensch wahrscheinlich Seinem Pflegevater in seinem Handwerke half, wie denn auch wirklich die Nazarethaner Ihn einen "Zimmermann" nennen (Marc. 6,3). Erst als Er "ungefähr ein Dreißiger" (quasi triginta annorum) war, trat Er nach Luk. 3, 23 öffentlich auf und ließ sich zuerst von Seinem Vorläufer Johannes, dem letzten und größten der Propheten, der etwa 6 Monate vorher als Bußprediger aufgetreten war und zur würdigen Aufnahme des Messias aufgefordert hatte, zu Bethania unweit Jericho (etwa 29 Stunden von Nazareth) am Flusse Jordan taufen, wobei der heil. Geist in Gestalt einer Taube über Ihm erschien, und der himmlische Vater Ihn feierlich als Seinen geliebten Sohn erklärte, an welchem Er Wohlgefallen habe (Luk. 3,21 f.). Gleich nach der Taufe ging Jesus in die 4 ½ Stunden westlich vom Jordan entfernte Wüste bei Jericho, wo Er 40 Tage lang fastete und am Ende dreimal den Versucher überwand, der sich auch an den zweiten Adam wagte, wie er sich an den ersten gewagt hatte (Matth. 4,1-11). Während dieser Zeit hatten die Pharisäer Gesandte an den hl. Johannes geschickt, denen er ausdrücklich erklärte, er sei nicht der Messias, aber dieser sei bereits erschienen (Joh. 1,19 ff.). Am andern Tage kam Jesus aus der Wüste zu dem Orte, wo Johannes taufte, und als dieser Ihn von ferne sah, rief er laut ***: "Seht da das Lamm Gottes", (Joh. 1,29). Dieses Wort hörten zwei Jünger, welche eben bei ihrem Lehrer Johannes waren, gingen dann hinter Jesus her und blieben auf Seine Einladung denselben Tag bei Ihm. Die Jünger waren der hl. Evangelist Johannes selbst, der sich aber nicht nennt, und Andreas, welcher dann auch seinen Bruder Simon zu Jesus führte, der diesem sofort den Namen Kephas (Petrus) gab. Am folgenden Tage traf Jesus auf Seiner Reise nach Galiläa den Philippus, den Er zur Nachfolge einlud, und der dann den Nathanael zu Ihm brachte (Joh. 1,35-51). Am dritten Tage kam Er mit diesen Seinen Jüngern nach dem 3 Stunden nördlich von Nazareth gelegenen Kana in Galiläa, wo Er Sein erstes Wunder wirkte, indem Er auf die Fürbitte Seiner anwesenden Mutter Wasser in Wein verwandelte (Joh. 2,1-11). Von Kana begab Er sich nach Luk. 4,16 ff. in Seine nahe Vaterstadt Nazareth, um dort die frohe Botschaft vom Reiche Gottes zu verkünden, hatte aber dort leider so wenig Erfolg, daß Ihn Seine Mitbürger vielmehr von einem hohen Felsen herabstürzen wollten, wobei Er ihnen jedoch auf wunderbare Weise entging. Hierauf nahm Er zu Kapharnaum im Hause des Petrus, der von Bethsaida dahin gezogen war, Seine Wohnstätte, blieb aber dort vorerst nur einige Tage, weil Er zum Osterfeste nach Jerusalem reiste, wo Er zuerst Seine Macht manifestirte, indem Er als Eiferer für das Haus Seines Vaters die Käufer und Verkäufer aus dem Tempel trieb (Joh. 2,12 ff.) und dann bei Seiner nächtlichen Unterredung mit Nikodemus als göttlichen Lehrer Sich zeigte (Joh. 3,1-21). Von Jerusalem ging Jesus mit Seinen Jüngern auf das Land hinaus, wo Er wahrscheinlich den ganzen Sommer blieb, viele Anhänger um Sich versammelte und auch durch Seine Jünger taufte. Da die Jünger des Johannes, welcher um diese Zeit zu Aenon bei Salim taufte, dieses übel nahmen, belehrte er sie, er sei nur der Brautführer, Jesus aber an den Alle glauben müßten (Joh. 3,22 bis 36). Als die Pharisäer wegen Seines großen Anhangs zu murren begannen, und wahrscheinlich bald hernach der hl. Johannes von Herodes Antipas verhaftet wurde (Matth. 4,12; Mark. 1,14), verließ er Judäa und ging durch Samaria, wo Er die bekannte Unterredung mit der Samariterin am Jakobsbrunnen hielt und Sich ihr als den erwarteten Messias zu erkennen gab (Joh. 4,1-42), wieder nach Galiläa, wo Er zuerst zu Kana den todtkranken Sohn eines königlichen Beamten heilte (Joh. 4,46 ff.), dann mehrere andere Krankenheilungen in der Gegend vornahm und das Evangelium vom Reiche Gottes verkündete. Nach Matth. 4,13 ff. hätte Er erst jetzt Nazareth verlassen und Kapharnaum am galiläischen Meere (See Genezareth) zu Seiner Wohnstätte gewählt, weßwegen diese Stadt vorzugsweise Seine Stadt genannt wurde (Matth. 9,1). Um diese Zeit
ar es auch, daß Jesus die Apostel Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes, die hie und da noch ihr Fischerhandwerk betrieben hatten, für immer zu Sich rief, um sie zu "Menschenfischern" zu machen (Matth. 4,18-22). Inzwischen war nach Joh. 5,1 das (zweite) Osterfest **** herangekommen, und Jesus nach Jerusalem gereist, wo Er zuerst am Teiche Bethsaida (Bethesda) den Mann, welcher 38 Jahre lang krank war, mit Seinem bloßen Worte an einem Sabbathe heilte und dann vor den darüber sich ärgernden Juden über Seine göttliche Wirksamkeit etc. mit großer Bestimmtheit Sich aussprach (Joh. 5,1-47). Nach dem Feste kehrte Er wieder nach Galiläa zurück und blieb dort lange Zeit, in welche dann die zahlreichen von den drei (mit dem Namen "Synoptiker" bezeichneten) Evangelisten erzählten Ereignisse fallen, namentlich aber die Bergpredigt (Matth. Cap. 5-7), sowie andere Reden und Gleichnisse, die Erwählung uns Aussendung der 12 Apostel (Marc. 3,13-19; Luk. 6,12 ff.), viele wunderbare Heilungen der verschiedenartigsten Krankheiten, die Erweckung des Jünglings von Naim (Luk. 7,11 ff.) und der Tochter des Jairus (8,41 ff.), sowie viele andere Wunder, z.B. die Stillung eines heftigen Meeressturmes, während dessen Er anfangs ruhig schlief (Marc. 4,37 ff.), die Speisung von 4000 Menschen mit 7 Broden und wenigen Fischen (Matth. 15,32 ff.), wie früher bei Bethsaida Julias am See Genesareth auch eine Speisung von 5000 Mann mit 5 Broden und 2 Fischlein (Marc. 6,34 ff.) u. s. w. Diese letztere Brodvermehrung erwähnt auch der hl. Evangelist Johannes (6,4 ff.), welcher beifügt, daß sie um das (dritte) Osterfest stattgefunden, und daran die schöne Rede knüpft, in welcher Jesus Sich das wahre Lebensbrod nennt und dabei die Eucharistie vorher verkündet, die Er dann ein Jahr später beim letzten Abendmahle zum lebendigen Andenken an Ihn und Seinen Opfertod einsetzte. Immer mehr nähert sich nämlich das Ende Seiner Wirksamkeit auf Erden; immer deutlicher spricht Er von Seinem nahe bevorstehenden Tode. Schon hat Er den Petrus als Seinen Stellvertreter, als das sichtbare Haupt Seiner Kirche aufgestellt (Matth. 16,18 ff.); jetzt will Er Seinen drei vertrautesten Jüngern, um sie für die kommenden trüben Zeiten zu stärken, auch noch einen Abglanz Seiner Herrlichkeit zeigen und führt sie daher auf den Berg Thabor, wo Er vor ihnen verklärt wird (Matth. 17,1-9), und wo Gott der Vater Sein bisher an das durch Moyses gegebene Gesetz gebundenes Volk in Gegenwart des Moyses und Elias von diesem Gesetze gleichsam entbindet und in Gegenwart der Repräsentanten der neuen Kirche an Seinen in Verklärung strahlenden vielgeliebten Sohn hinweist, den Sein Volk von nun an hören solle, wie es Moyses 1500 Jahre früher gesagt (5. Mos. 18,15) und Gott selbst bestätigt hat (V. 18). Zwar wird den Aposteln jetzt noch Stillschweigen hierüber aufgelegt; aber welchen Werth sie darauf legten, zeigt sich deutlich im II. Briefe des hl. Petrus (1,16-18). Nicht lange nachher verläßt Jesus Galiläa, um nicht mehr dahin zurückzukehren. Zuerst geht Er im September oder October zum Laubhüttenfeste nach Jerusalem, wo Er im Tempel Seine göttliche Sendung wiederholt betheuert und von Seiner Würde als Gottmensch, sowie von Seinem Leiden und Sterben, dann von der Nothwendigkeit des Glaubens an Ihn mit solcher Ueberzeugungskraft spricht, daß die zu Seiner Gefangennehmung abgesandten Diener Ihm nichts anhaben können, sondern vielmehr auf die Frage der Pharisäer, warum sie Ihn denn nicht hergebracht haben, die Antwort geben: "Niemals hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch" (Joh. 7,2-46). Nachdem Jesus die darauf folgende Nacht auf dem Oelberge im Gebete zugebracht, kommt Er am andern Morgen wieder in den Tempel, befreit eine Ehebrecherin, nennt sich das Licht der Welt und den ewigen Sohn Gottes, der schon vor Abraham war etc., und da sie Ihn hierauf steinigen wollen, verbirgt Er Sich und geht aus dem Tempel (Joh. 8,1-59). Vor demselben sieht Er einen Blindgeborenen, den Er sehend macht, und der dann auch an Ihn glaubt (Joh. 9,1-41), während die Pharisäer in ihrer eingebildeten Weisheit und schnöden Selbstvergötterung nur noch blinder werden und, anstatt gute Hirten zu seyn und Ihm als dem Hirten der Hirten zu folgen, nicht blos selbst von Ihm ferne bleiben, sondern auch Andere von Ihm abhalten (Joh. 10,1-21). An dem auf den December fallenden Feste der Tempelweihe (Encaenia) ist Jesus wieder im Tempel, und da die Pharisäer Ihn auffordern, über Seine Person Sich bestimmt zu erklären, nennt Er Sich ausdrücklich den Sohn Gottes, worauf die Pharisäer Ihn wieder steinigen wollen, weil Er, da Er doch nur ein Mensch sei, Sich Selbst zu Gott mache *****, und da Sich Jesus auf Seine göttlichen Werke etc. beruft, die sonst Niemand thun kann, wollen Seine Feinde, da sie nichts mehr erwidern können, Ihn ergreifen. Allein da Seine Stunde noch nicht gekommen ist, entgeht Er ihren Händen und begibt Sich nach Bethania, jenseits des Jordans, wo Johannes früher getauft hatte (Joh. 10,1-40). Dort bleibt Jesus bis zum Tode des Lazarus und kehrt dann zu dem unweit Jerusalem gelegenen Bethania zurück, wo Er den schon 4 Tage im Grabe liegenden Lazarus in göttlicher Machtvollkommenheit wieder zum Leben erweckt (Joh. 11,1-44). Dieses wundervolle Ereigniß bestärkt Viele im Glauben an Jesus, viele Andere aber, die eben die Sonne am hellen Mittage durchaus nicht sehen, d.h. an Jesus durchaus nicht glauben wollen, in ihrer Bosheit. Diese eilen zu den Pharisäern, um ihnen das Ereigniß mitzutheilen, und nun wird der Tod Jesu fest beschlossen. Dabei muß der Hohepriester Kaiphas wider seinen Willen das große Geheimniß aussprechen, daß durch den Tod Jesu alle Menschen gerettet werden sollen (Joh. 11,45-53). Um ihre innere Bosheit zu verschleiern, schützen sie den politischen Grund vor, daß, wenn man Jesum als Messias zum Könige machen würde, die Römer kommen und Land und Volk wegnehmen würden. Daran denken sie in ihrer eigennützigen Verblendung nicht, daß Er mit der bisher bewiesenen göttlichen Macht Sein Volk, wenn es in rechter Weise treu zu Ihm hielte, auch zu schützen im Stande wäre. - Doch der von Gott beschlossene Erlösungsplan sollte nun bald zur Vollendung kommen. Nachdem Jesus einige Zeit mit Seinen Jüngern in die einsame Gegend "Ephraim im Walde" im Lande Gilead jenseits des Jordans sich zurückgezogen, dann beim Oberzöllner Zachäus Einkehr genommen und zwei Blinde geheilt hatte (Luk. 18,35; 19,1 ff.), kommt Er sechs Tage vor dem (vierten) Osterfeste nach Bethania zu Lazarus, wo Er bei dem Mahle von Maria gesalbt wird, und hält dann am folgenden Tage (Palmsonntag) auf einem jungen Esel als Friedensfürst Seinen feierlichen Einzug in Jerusalem (Joh. 12,1 ff.), kehrt aber Abends wieder nach Bethania zurück. Am Mondtage treibt Er wiederholt die Käufer und Verkäufer aus dem Tempel und verläßt Abends wieder die Stadt (Matth. 21,12-17). Am Dienstage spricht Er im Tempel gegen die Pharisäer und weissagt auf dem Rückwege über den Oelberg die Zerstörung des Tempels (Matth. 21,23 bis 24,44). Am Donnerstage feiert Er mit Seinen Jüngern das letzte Abendmahl, bei welchem Er als fortwährendes Denkmal Seiner Liebe das allerheiligste Altars-Sacrament einsetzt und Seinen Jüngern zum ersten Male Sein Fleisch und Blut unter den Gestalten des Brodes und Weines als Speise und Trank darreicht, mit dem Auftrage, dieses auch ferner zu Seinem Andenken zu thun. Nachdem Er dann noch Sein erhabenes hohepriesterliches Gebet gesprochen (Joh. 17,1-26), geht Er mit Seinen Jüngern über den Bach Cedron in den Garten Gethsemani und gibt Sich freiwillig in den Tod, da Er, verrathen von Judas und verläugnet von Petrus, Sich den Händen der Juden überliefert, von dem römischen Landpfleger Pontius Pilatus auf Anstiften der Juden ungerecht verurtheilt wird, am Rüsttage vor dem Ostersabbathe auf dem Berge Golgatha Sich kreuzigen läßt und so durch Seinen Tod die Erlösung der Menschen vollbringt. Am dritten Tage ersteht Jesus aus eigener göttlicher Machtvollkommenheit neulebendig aus dem Grabe, erscheint zu wiederholten Malen Seinen Aposteln und Jüngern, vollendet die Stiftung Seiner Kirche, in welcher Er alle Seine Gnadenmittel hinterlegt, und scheidet endlich nach 40 Tagen von dieser Erde, indem Er vom Oelberge aus vor den Augen Seiner Jünger in den Himmel auffährt und Besitz nimmt von dem Reiche Seiner Herrlichkeit, die Er als Sohn beim Vater von Ewigkeit besessen hat und nun als Haupt der erlösten Menschheit zur Rechten des Vaters ewig besitzen wird. Von dort sendet Er am 10ten Tage den versprochenen heil. Geist, und nun beginnt Sein Triumph in der Ausbreitung Seiner Kirche, die ungeachtet aller Kämpfe bestehen wird bis zu Seiner Wiederkunft am Tage des Gerichtes, und die Er, wenn Er auch manchmal zu schlafen scheint wie dort in dem Schifflein, doch zur rechten Zeit immer wieder rettet aus den Trübsalen und Stürmen dieser Welt. - Was die Zeitrechnung betrifft, so wird dieselbe, wie wir schon oben zum Theil gesehen haben, von Verschiedenen verschieden bestimmt. Unsere jetzt gewöhnliche christliche Zeitrechnung (Aera vulgaris) hat ihren Ursprung von dem römischen Abte Dionysius, mit dem Beinamen "der Kleine", welcher nach Dr. Sepp's ****** "Leben Jesu" (S. 358 f.) im J. 525 bei Gelegenheit des Osterstreites einen weiteren Ostercyclus bearbeitete und sofort die Jahrzahl ab Incarnatione Domini zu rechnen anfing, indem er das Jahr 754 nach Erbauung der Stadt Rom (Urbis Conditae) als das erste Jahr nach christlicher Zeit annahm und die Geburt (Nativitas) des Weltheilandes an den Schluß (25. Dec.) des Jahres 754 U. C. anberaumte (S. 369). Nach Sepp (S. 359 f.) wurde diese Dionysische Zeitrechnung erst im achten Jahrhunderte durch den hl. Beda mehr bekannt und in einer Urkunde zuerst von Kaiser Karl dem Großen im J. 783 gebraucht, während sie in die päpstlichen Erlasse erst um die Mitte des 11. Jahrhunderts Eingang fand. Jetzt ist sie in der ganzen Christenheit gebräuchlich und könnte auch ohne große Verwirrung nicht mehr geändert werden, obwohl sie offenbar nicht ganz genau ist, da z.B. Herodes schon im J. 750 U. C. starb, die Geburt Christi aber zeug der evangelischen Geschichte ohne Zweifel vor dessen Tod fallen muß, also nicht im J. 754 U. C. stattgefunden haben kann. Es haben daher Viele sich daran gemacht und große Mühe darauf verwendet, um das wahre Geburts- und Todesjahr Jesu zu finden, und man möchte fast glauben, als wenn der wohl zunächst auf Seine wunderbare Geburt aus Gott und einer unversehrten Jungfrau sich beziehende Spruch des Propheten Isaias (53,8) "Generationem Ejus quis enarrabit", sowie das Wort des Herrn, daß "Niemand Seinen Tag oder Seine Stunde wisse" (Matth. 25,13), auch von Seiner irdischen Geburt dem Fleische nach gelten sollte. Diese Forscher, welche bei Sepp (S. 373 ff.) aufgezählt sind, differiren bezüglich des Geburtsjahrs des Herrn um sieben Jahre; denn während Mehrere (und unter diesen selbst der gelehrte Lightfoot) mit Dionysius dem "Kleinen" das J. 754 U. C. festhalten, haben Sixtus Senensis und Andere das J. 753 U. C., Andere dagegen, unter welchen neben Isidor von Sevilla, Cornelius a Lapide und Scaliger auch das Mart. Rom. sich befindet, das J. 752 U. C., indem sie von dem bei Luk. 3,1 vorkommenden fünfzehnten Jahre des Kaisers Tiberius (782 U. C.), in welchem Johannes der Täufer auftrat, und Jesus bald ein "Dreißiger" war, diese 30 Jahre zurückrechneten und auf diese Weise ganz einfach das J. 752 U. C. als Geburtsjahr des Herrn bekamen, welches auch sonst ganz plausibel wäre, wenn nur nicht die Schwierigkeit bliebe, daß auch bei dieser Berechnungsweise Jesus erst nach dem im J. 750 U. C. gestorbenen Herodes geboren wäre. Dieß gilt auch bei denen, welche das Geburtsjahr Jesu mit Baronius, Calvisius, Möhler in das J. 751 U. C. setzen, und zum Theil auch bei denen, die mit Bernard Lamy das J. 750 U.C. annehmen, weil ja Herodes im März 750 starb, Jesus aber nach der allgemeinen Annahme am 25 Dec. geboren wurde. Es sind daher Andere, wie schon die hhl. Kirchenväter Ambrosius und Chrysostomus, dann die hhl. Päpste Liberius und Damasus, so auch später der große Petavius, Tillemont etc. auf das J. 749 U. C. zurückgegangen. Zu diesen gehört in der neuesten Zeit nebst Butler (VIII. 514) auch Weigl, welcher in seinem oben schon citirten, sehr mühsam ausgearbeiteten Werke nachzuweisen sucht, Jesus sei im J. 5 v. Chr., d.i. im J. 749 U. C., geboren, dann am 6. Januar 782 im 33. Lebensjahre getauft und am 3. April 786 im 37. Lebensjahre, oder genau in einem Alter von 36 Jahren, 3 Monaten, 9 Tagen und 15 Stunden, gekreuzigt worden *******. Doch wird von Sepp (S. 375) nachgewiesen, daß und warum diese Berechnung keine Geltung haben könne, und wie daher schon Kepler, dann aber auch nebst vielen Andern die Bollandisten Henschenius und Papebroch das J. 748 U. C. angenommen haben. Verschiedene andere Momente aber, deren Aufzählung uns hier zu weit führen würde, bestimmen Hrn. Dr. Sepp, mit Sanclemente, Ideler etc. noch um ein Jahr zurückzugehen und anzunehmen, daß Jesus am Mittwoche den 25. December des Jahres 747 U. C., also 7 Jahre ******** ante Aeram Vulgarem geboren, am 6. Januar 748 von den Magiern angebetet, am 2. Febr. im Tempel dargestellt, dann im darauf folgenden März nach Aegypten geflüchtet, von da nach zweijährigem Aufenthalte im J. 750 U. C. wieder nach Nazareth zurückgeführt und am 7. Oct. 778 in einem Alter von 30-31 Jahren getauft worden sei. Im J. 779 U. C. habe Jesus Sein erstes Osterfest in Jerusalem gefeiert, wo Er am 15. April das Haus Seines Vaters durch Austreibung der Verkäufer etc. gereinigt habe und am Freitage den 15. April des J. 782 U. C. gestorben sei in einem Alter von 34 Jahren und etwas mehr als 3 Monaten, während übrigens von vielen Andern der 25. März als Todestag angenommen wird, an welchem Tage denn auch die Bollandisten (III. 540-543) nach der Sacra Memoria Annuntiationis B. M. V. et Incarnationis Filii Dei die Sacra Memoria Jesu Christi Crucifixi zugleich mit dem Andenken an den frommen Schächer am Kreuze, der auch im Mart. Rom. an diesem Tage erwähnt wird (s. Dismas), anführen, sich aber dabei einer Aeußerung über die Zeit des Todes Jesu enthalten und zugleich eine Bemerkung des Baronius erwähnen, nach welcher die gelehrtesten Männer fast daran verzweifelt hätten, etwas Bestimmtes hierüber angeben zu können. - Die vorzüglichsten Festtage unserer heil. Religion sind die Feste des Herrn, über die wir hier Einiges anfügen wollen, wobei wir besonders Binterims Werk: "Die vorzüglichsten Denkwürdigkeiten der christkatholischen Kirche" etc. (V. Band) benützen, und zwar so, daß wir zuerst die feierlichen und dann die minder feierlichen Feste kurz anführen:







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