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Hl. Leonhard

 

 
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Hl. Leonhard-7600-KD
Hl. Leonhard-7600-KD Hl. Leonhard aus Holz geschnitzt

Ökumenischen Heiligenlexikon!








Leonhard von Noblat (von Limoges)

Gedenktag katholisch: 6. November Gedenktag anglikanisch: 6. November Name bedeutet: der wie ein Löwe Starke (latein. - althochdt.)
oder: der für das Volk Starke (althochdt.)Einsiedler, Abt in Noblat bei Limoges (?)
* um 500 in Frankreich
† 559 (?) im heutigen St-Léonard-de-Nolat bei Limoges in Frankreich&Glasfenster in der Leonhardskirche in Basel Die Lebensgeschichte von Leonhard ist in vielem legendär. Demnach ließ die am Hof der Merowinger lebende fränkische Adelsfamilie ihren Sohn durch Erzbischof Remigius von Reims taufen und unterrichten. Als Erwachsener verweigerte er demnach die ihm angebotene Übernahme eines Bistums, zog sich in die Einsamkeit des Waldes bei Limoges zurück, predigte von seiner Zelle aus und heilte die zu ihm kommenden Krüppel und Hilfsbedürftigen. Regelmäßig besuchte er Gefangene und erreichte für viele bei König erreichte für viele bei König Chlodwig (oder Chlotar I. ?) ihre Freilassung. Viele Gefangene riefen auch den Namen Leonhards, worauf sofort ihre Fesseln abfielen, die sie dann als Freie dem Einsiedler brachten. König und Königin zogen eines Tages zur Jagd in diesen Wald; Leonhard hörte die Königin klagend rufen, da sie in Wehen lag. Auf Bitten des Königs betete Leonhard am Lager der Königin, und sie schenkte einem ersehnten Knaben das Leben. Der König wollte Leonhard mit Gold und Silber beschenken; dieser bat aber nur um so viel Waldgelände, wie er mit seinem Esel in einer Nacht umreiten könne. Leonhard gründete das Kloster Noblat, 20 km östlich von Limoges in seinem Waldstück, wo er dann starb und auch weiterhin verehrt wurde.
Am Sonntag nach dem 6. November wird heute in dem nach ihm benannten Städtchen St.-Leonard-de-Noblat zu seinen Ehren ein großes Ritterfest gefeiert. Die zu seinen Ehren angeblich 1358 gegründete Bruderschaft erstellt aus Holz den Nachbau einer Burg, die dann auf einen Pfahl gestellt und von Reitern mit Stöcken geschlagen wird, bis sie in Stücke zerfällt, die dann von den Leuten als Glückbringer mit nach Hause genommen werden. Die Kirche über seinem Grab hat einen der mächtigsten Glockentürme in Frankreich, sie war Station der Pilger auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela, Richard Löwenherz, Pippin der Kleine oder Karl VII. machten hier Station.
Leonhard wurde seit dem 11. Jahrhundert besonders auch in Bayern verehrt, über 150 Wallfahrten fanden unter seinem Namen statt, auch heute gibt es noch über 50 Leonhardi-Wallfahrten, meist mit Pferde-Ritten. Er galt ursprünglich als Schutzpatron derer, "die in Ketten liegen", also der Gefangenen - aber auch der "Geisteskranken", die man bis ins 18. Jahrhundert ankettete; nach der Reformation wurde er Schutzpatron der Haustiere, weil man die Ketten, mit denen er abgebildet wurde, als Viehketten deutete. Die Leonhard geweihten Kirchen sind mit Ketten umspannt, so in Bad Tölz.
Im 19. Jahrhundert erreichte die Verehrung in Bayern ihren Höhepunkt; man nannte ihn den "bayerischen Herrgott" oder "Bauernherrgott"; in Bayern gehört Leonhard auch zu den 14 Nothelfern. Am Leonhardstag werden Tiersegnungen vorgenommen. In Inchenhofen befindet sich der 125 kg schwere Leonhards-Nagel, den man ab dem 15. Jahrhundert zum Zeichen der Buße rund um die Kirche trug. Seit 1718 wird im bayerischen Bad Tölz der "Leonhardsritt" begangen, seit 1994 auch wieder der traditionelle, grenzüberschreitende Leonhardi-Ritt von Neukirchen im Oberpfälzer Wald nach Uhliste in Tschechien.
Attribute: als Mönch oder Abt mit Kette, Pferde und Ochsen oder Gefangene befreiend
Patron der Bauern und des Viehs, vor allem der Pferde, der Ställe, Stallknechte, Fuhrleute, Schmiede, Schlosser, Lastenträger und Böttcher, Obsthändler, Bergleute; der Wöchnerinnen, Gefangenen; für alle Anliegen der Bauern, gute Geburt; gegen Kopfschmerzen, Geistes- und Geschlechtskrankheiten
Bauernregel: "Wenn auf Leonhardi Regen fällt, / ist's mit dem Weizen schlecht bestellt."
"Wie's Wetter an Lenardi ist, / bleibt's bis Weihnachten gewiss."
"Nach der vielen Arbeit Schwere, / an Leonhardi die Rösser ehre."


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